Ein Blog, eine Frau und ein viel zu großes Mundwerk

Casa Rural, die Alternative zum Bettenbunker

Teneriffa – oder auch: die Insel der Rentner, das Prinzip der Casa Rurales und abseits des Massen-Tourismus.

Im Norden von Teneriffa, auf einer Casa Rural mit Bananenplantage

Im Februar hatte ich genug. Genug von dem Stress auf der Arbeit. Genug von der Kälte, der Dunkelheit und dieser grauen Tristesse hier in Deutschland, die auch Winter genannt wird.
Die Devise war: ich muss mal wieder raus. Spontan Urlaub einreichen und für eine Woche in die Wärme flüchten.

Nur wo will man im Februar mal eben schnell hin ohne zehn Stunden im Flugzeug zu sitzen? Genau – auf die Kanaren! Teneriffa wurde es letztendlich nur, da der Flug (Zeiten und Preise) dorthin am besten gepasst haben. Also buchen und los geht’s!

Bevor ich jetzt aber starten konnte, musste ich mir erstmal die Frage stellen: wo übernachtest du eigentlich? Ich war noch nie ein Fan von Bettenbunkern, All-Inclusive und Massentourismus und musste mich erst einmal über Alternativen erkundigen. In dem Zuge bin ich auf das Konzept der Casa Rurales aufmerksam geworden.

Rural bedeutet direkt übersetz Ländlich und genau dies beschreibt dieses Thema ganz gut.
Eine Casa Rural ist in der Regel in den eher ländlicheren Region zu finden. Sie ist ein restauriertes Hotel, ein alter Bauernhof oder eine weitläufige Finca. Das Prinzip geht weg von dem 0-8-15-Massentourismus und möchte den Sprung zurück in die Ursprünglichkeit wagen. Ob es nun eine Casa, eine Posada oder ein Hotel Rural wird, findet Ihr immer einen urigen Schlafplatz abseits der Massen und oft kombiniert mit einem großartigen Frühstück und kanarischen Bananen. Warte…was will Sie jetzt mit Bananen? Oooh ja – kanarische Bananen haben mein Herz im Sturm erobert! Süß, festes Fruchtfleisch und nicht so schleimig. Ich bin verliebt!
Während der Zeit auf Teneriffa haben wir in einer Casa Rural im Norden, in El Guincho, auf einer Bananen-Plantage übernachtet und die letzten beiden Tage vor Abflug, in einem Hotel Rural in Arona, im Süden Teneriffas.

Dem Süden der Insel konnte ich generell nicht so viel abgewinnen wie dem Norden.
In Teneriffa herrschen zwei Unterschiedliche Zonen. Der Norden ist oft Wolkenverhangen aber saftig-grün, mit einer reichen Vegetation. Der Süden hingegen ist trocken, sehr trocken und mit sehr vielen Menschen versehen – genauer gesagt zu vielen Menschen.
Las Christianos war für mich der blanke Horror: Menschen über Menschen über Menschen. Alles ist auf den Verkauf von Touristischen Waren und Gütern ausgelegt und das zu überteuerten Preisen.

Allgemein muss ich sagen, war die Anzahl der Touristen im Februar trotzdem angenehm niedrig. Allerdings war es manchmal, an den Hotspots, ein kleiner Spießroutenlauf zwischen Rollatoren, Krückstöcken und kleinen Kindern. Ich hatte durchgängig das Gefühl, dass ich nicht zu der Zielgruppe gehörte – was tatsächlich aber sehr angenehm war.

Seine Ruhe hat man auf Teneriffa generell, sobald man die großen Spots verlässt und sich auf die Nebenspielorte einlässt. Wer muss auf der Flaniermeile für viel Geld mittelmäßige Tapas essen, wenn es zwei Ecken weiter in einer kleinen Seitenstraße günstigere und vor allem qualitativ hochwertigere Gerichte gibt? Genau – niemand. Verlasst Euch hier am besten auf euer Bauchgefühl und auf Bewertungen bei TripAdvisor und Google. Oder fragt in Eurer Unterkunft nach guten Restaurants. Ihr werdet sicherlich immer kleine Insider Tipps erhalten.

Seine Ruhe hat man ebenfalls dadurch, dass die kanarischen Inseln im Winter von Senioren überrannt werden. So viele „preferred passengers“ wie auf diesen beiden Flügen habe ich noch nie gesehen. Zwischenzeitlich manifestierte sich der Gedanke, dass die Wahrscheinlichkeit einer Notlandung aufgrund von medizinischen Notfällen erschreckend hoch war. Passiert ist zum Glück nichts! Aber der Gedanke war präsent…

Eins machen die ganzen Senioren jedoch richtig: Teneriffa ist ein wundervoller Ort um den Winter zu überbrücken. Es ist beständig warm, das Essen ist großartig und die Aussicht morgens das Meer zu sehen, ist denke ich ausschlaggebend genug. Man hat für alle Leistungsstufen wunderbare Möglichkeiten Wandern oder Hyken zu gehen, LTE ist verfügbar und aufgrund der neuen Roaming Gesetze auch nicht teurer als Zuhause und bezahlt wird bequem mit Euros.

Sollte ich jemals das Renteneintrittsalter erreichen dürfen, werde ich mich der Bewegung anschließen und den Winter auf den Kanaren verbringen – das ist sicher.

Legt Euch an den Strand, geht viel Wandern, Fahrt mit einem Mietwagen über die Insel, besucht den Nachbarort, geht an gekennzeichneten FKK Bereichen nackt schwimmen – hey Euch kennt dort doch sowieso niemand! Und vor allem: esst Bananen!



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