Ein Blog, eine Frau und ein viel zu großes Mundwerk

Bali Diary #2 – die schönsten Momente

Für mich war Bali eine Herausforderung. BÄM. Da haut Sie einfach mal ein einen Klopper raus und der Text hat noch nicht mal richtig angefangen?! 

Nein, ich meine das echt so. Bali war für mich, emotional gesehen, eine Herausforderung. Zurückblickend kann ich sagen, dass ich mir mein „Traumschloss Bali“ einfach so viel untouristischer vorgestellt hatte und tatsächlich damit überfordert war, dass es nicht so war, wie ich es mir ausgemalt hatte. Vielleicht war ich in dieser Hinsicht zu naiv, blauäugig oder einfach nur zu romantisch. Die Herausforderung war aber nicht Bali als Ort, als Kultur, als Urlaubsort – es war ganz alleine ich selbst. Im Nachhinein kann ich behaupten, dass ich mir selbst im Weg stand und den Ort nicht vollumfänglich als das genießen konnte was er war. Umso prägender waren für mich die Momente abseits der Touri-Pfade, der MenschenMASSEN und besoffenen Hipstern, Surfern und den vielen vielen Deutschen – meine schönsten Momente.

Ein Balinesischer Kochkurs

balinesischer Kochkurs

hach ja, mein Lieblingspunkt ist und bleibt einfach gutes Essen! 

Spontan hatten wir uns in Ubud dazu entschieden einen Kochkurs zu machen und hatten schnell einen Anbieter ( http://greenkitchenbali.com/ #Werbung. Unbezahlt, unaufgefordert und aus eigener Erfahrung von mir zu empfehlen)  gefunden und uns per WhatsApp für den nächsten Tag zu einem vegetarischen Kochkurs angemeldet. Die Kosten pro Person lagen bei 380.000 IDR (Sept. 2017) für den Tag inkl. Fahrer, Kurs und das Essen 

Früh morgens wurden wir in unseren Homestay von einem Fahrer abgeholt und sind durch eine traditionelle Markthalle geschlendert. Mit unserem Fahrer hatten wir echt sehr viel Glück, denn er war gleichzeitig der Chef und hat uns mit Informationen zu allerlei Lebensmitteln überhäuft. Er zeigte uns verschiedene Früchte, die nur Touristen gerne essen, da sie den Balinesen viel zu sauer sein.  Zeigte uns Gewürze, Gemüse, Blumen und Reiskekse für Opfergaben und vieles mehr. Auf dem Markt haben wir uns direkt mit Kokoszucker und Räucherstäbchen eindeckt. Zu den Räucherstäbchen muss ich gestehen, dass wir sie bisher kein einziges mal angezündet haben – Schande über mich. 

Nachdem wir mit dem Markt fertig waren, würden wir in ein entlegenes Dörfchen inmitten von Reisfeldern gebracht. Da wir noch etwas Zeit hatten, bis der Rest der Gruppe eintreffen sollte, wurden wir direkt animiert bei der Reisernte zu helfen. Die Balinesischen Frauen haben sich KÖSTLICHST über uns amüsiert und wir über uns selbst übrigens auch. Man muss beim Reis schlagen nämlich die genaue Abfolge von schlagen und schütteln einhalten – alles andere wäre zu zeitraubend. 

Nachdem dir restlichen Kursteilnehmer ankamen, wurden wir zu den Räumlichkeiten im typisch Balinesischen Stil (offene Räume mit Dach) gebracht. Unser Kursleiter erzählte und viel über den Einklang mit der Natur, dass Fleisch essen immer noch etwas Besonderes sein sollte und was typische balinesische Grundgewürze sind.

 Die Basis Gewürze, für fast alle Gerichte sind: 

  • Knoblauch
  • Schalotten 
  • Chilli
  • Kurkuma, Ingwer, Galangal und lesser Galangal 
  • Zitronengras
  • Lohrbeerblätter

An dem Tag haben wir gemeinsam gekocht: 

  • Kokos Curry mit Tempeh und selbst gemachter Kokosmilch
  • rote Bohnen Suppe mit Gemüse
  • Gado Gado mit selbst gemachter Erdnusssoße 
  • Cornfritter (frittierter Mais mit Gewürzen) 
  • Reispudding

Nachdem wir viel gekocht haben, zufrieden und pappsatt waren, wurden wir wieder zurück in unsere Unterkunft gebracht. Und eins möchte ich hier ganz klar sagen: unsere selbstgekochten Gerichte waren mit abstand das leckerste, was wir in den drei Wochen probieren durften!

Die Gewürze für die jeweiligen Gerichte.
Die Gewürze für die jeweiligen Gerichte.

Wir adoptieren Schildkröten

frisch geschlüpfte Baby Schildkröte
frisch geschlüpfte Baby Schildkröte

Hä?! Warum sollte ich eine Schildkröte im Urlaub adoptieren?! 

jaaahahaaa, ganz einfach: um sie in’s Meer frei zu lassen! 

Über diese Möglichkeit wurde ich erst durch Blogbeiträge gestoßen. Ich mein es war bei Indojunkie – ich bin mir aber nicht mehr ganz sicher. 

Der Ablauf in Kurzform: 

Von unserem Hotel in Sanur, sind wir zum Turtle Conservation and Education Center gefahren. Das Center ist eine kleine Auffangstation für verletzte Schildkröten. Der Großteil der dort lebenden Schildkröten wurde aufgrund von Plastik im Meer verletzt. Nach der Ankunft wird man durch die kleine Anlage geführt und erhält Informationen zum Ablauf und der Aufzuchtstation. Von den Spendengeldern kaufen die Angestellten Schildkröten-Eier und brüten diese Vorort aus. Nachdem die kleinen Schildkröten geschlüpft sind und nach einigen Wochen groß genug sind, werden diese zurück ans Meer gebracht. 

Gegen eine kleine Spende von 150.000 IDR (Stand Okt. 2017) kannst du dir eine der Baby Schildkröten aussuchen, sie im Meer freilassen und erhältst ein Zertifikat dafür. 

Das ganze ist nicht besonders Zeitintensiv. Sollte man in der Ecke vorbei kommen, lohnt es sich allerdings allemal! Das Gefühl diese kleine Schildkröte ins Meer zu bringen und Ihr alles Glück der Welt und ein hoffentlich Plastik-freies Leben zu wünschen war einfach nur wunderschön und definitiv etwas, was ich noch öfter machen möchte. Das und zu Wissen, mein Geld für etwas sinnvolles ausgegeben zu haben, nämlich zum Schutz und erhalt der Schildkröten in Indonesien – unbezahlbar. 


Fun Fact am Rande: wusstest Ihr, dass wir deutschen Bali falsch aussprechen? 

Wir sagen ja eher Baahli, mit der Betonung auf das A und sprechen dieses ziemlich lang gezogen aus. Korrekt wird Bali aber mit einem schnellen L und langem I am Ende gesprochen. Also eher wie Balliie. 


Indonesisches Essen und die traditionellen Märkte

hier muss man nicht viel sagen außer: Bitte überwindet Euch und geht an den Straßenständen essen! Je mehr Einheimische dort sitzen, desto besser! 

Ausgenommen von den Veganen Restaurants in Canggu und Ubud wurden die Restaurants, je Typisch westlicher sie aussahen, schlechter und schlechter. Die Qualität und der Geschmack der Gerichte war, neben dem viel zu hohen Preisen, echt unter aller Kanone. Umso besser wurde es aber, sich an einen der Stände zu begeben, einen einheimischen glücklich zu machen und dazu noch richtig leckeres Essen zu bekommen. 

Meine absoluten Favoriten waren Soto Bakso (Hühnersuppe mit viel Einlagen), knusprig gebratenes Tempeh, Wasserspinat und frische Säfte. 

der Duft von Bali

Räucherstäbchen und Opfergaben wohin das Auge sieht! 

Sei in Bali bitte immer vorsichtig und respektvoll, wenn du zu Fuß unterwegs bist. Auf allen Straßen und Wegen wirst du an Opfergaben vorbei kommen, welche direkt vor den Häusern, Geschäften und Restaurant stehen.  

Die Räucherstäbchen haben überhaupt nichts damit zutun, wie man sie z.T. von hier kennt. Der Geruch ist oft Blumig und sehr sehr angenehm. 

Opfergaben in einem Schrein
hier durfte ich selbst die Opfergaben in einen Schrein legen
Opfergaben – ein typisches Bild in Bali

der skurrilste Moment: die Tanzvorstellung

In Ubud wurden wir durch unseren Host Aji mit in den Palast genommen. Seine Enkeltochter hatte einen der Prinzen in Ubud geheiratet und Aji, als ehemaliger Lehrer, hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Touristen die Traditionen zu zeigen und seine Gäste im Palast herumzuführen. 

Neben vielen Geschichten über die Götter und deren Traditionen, warum Ganesha in Bali nur noch einen Stoßzahn hat, was die Unterschiede zum Indischen Hinduismus sind und einem überraschenden „Wir Platzen beim Prinzen in’s Esszimmer rein während er isst“ (war für uns übrigens unfassbar peinlich, der Prinz lachte nur), sahen wir an diesem Tag auch einen traditionell balinesischen Tanz. Dieser war für eine kleine Summe von 75.000 IDR p.P. für die Öffentlichkeit verfügbar. 

Und ich sag mal so: etwas skurriles habe ich lange nicht gesehen!

Es sitzen an die 40 Männer im Kreis und „singen“ dazu tanzen die Schauspieler eine Geschichte… aber schaut selbst: 

(P.S. die Aufnahmen wurden mit meinem alten Note 3, sind grottig schlecht, aber leider das einzige, was ich von der Vorführung habe) 

warst du schon einmal in Bali? Was waren deine schönsten Erlebnisse dort? Teile sie gerne unten in den Kommentaren – ich würde mich freuen.



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